Fast Track - Schnelle Schiene!

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In den letzten Jahren ist man in operierenden Kliniken immer mehr dazu übergegangen, sich von alten Dogmen aus früheren Jahren der Patientenversorgung zu lösen und neue Wege zu gehen.
Der englische Begriff "Fast Track" bedeutet "Schnelle Schiene" oder frei übersetzt "beschleunigtes Verfahren" und beschreibt eine neue Sichtweise, operierte Patienten zu behandeln. Die einzelnen "Bausteine" eines Fast-Track Verfahrens kommen vor, während und - vor allem - nach einer Operation zum Tragen. Ziel dieser Therapieform ist, die Genesung des Patienten nach einer Operation zu beschleunigen und das Auftreten von typischen Komplikationen zu vermindern.
An der Charité Campus Mitte wurde 2004 für die laparoskopisch radikale Prostatektomie ein Fast-Track Konzept entwickelt, welches mit großem Erfolg im klinischen Alltag praktiziert wird. Diese Verfahren wird nun auch zunehmend für Patienten mit dem traditionell-offenen Verfahren angewendet. Für die Patienten ergeben sich dadurch deutliche Vorteile:

Die Vorbereitung zur Operation ist weniger belastend geworden, so daß die Darmfunktion nicht eingeschränkt wird. Durch die minimal invasive Operationsmethode der Laparoskopie oder den kleinen Unterbauchschnitt der offenen Operation ist die Schmerzbelastung der Patienten sehr gering, leichte Schmerzmittel sind ausreichend. Diese beeinträchtigen die Darmtätigkeit nicht, so dass die Patienten im Fast-Track Verfahren am Abend oder Morgen nach der Operation bereits essen können. Aufgrund der geringen Schmerzbelastung ist es erlaubt und erwünscht, daß sich die Patienten bald nach der Operation möglichst viel bewegen und außerhalb des Bettes aufhalten. Dies dient zur Vermeidung krankenhaustypischer Komplikationen wie Thrombosen, Embolien, Lungenentzündungen und postoperativer Darmträgheit, wie viele klinisch Studien bewiesen haben. Unter optimaler Schmerzmitteleinstellung, schnellem Kostaufbau und zügiger Mobilisierung aus dem Bett ist sowohl bei der laparoskopisch als auch bei der offenen radikalen Prostataentfernung eine Entlassung ab dem 4. Tag nach der Operation möglich.

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