Das Harnblasenkarzinom - Gute Heilungschancen

Ein großer Anteil unserer Patienten ist an einem Krebs der Harnblase, des Harnleiters oder des Nierenbeckens erkrankt. In den meisten Fällen ist diese Erkrankung heilbar, kann aber bei einigen Betroffenen wiederholt auftreten. Eine lebenslange Nachbetreuung ist deshalb erforderlich.

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Kompetente Beratung und sorgfältige Therapiewahl

Wir beraten Sie umfassend über Vor- und Nachteile der verschiedenen Therapiekonzepte.

Meist besteht die Möglichkeit, den Tumor über einen endoskopischen Eingriff vollständig zu entfernen (TUR-Blase). In einigen Fällen schließt sich eine Nachbehandlung mit Medikamenten an. Auch bei tiefer eingewachsenen Tumoren streben wir immer einen Organerhalt an. Manchmal ist allerdings eine radikale Blasenentfernung unumgänglich.
Wir erläutern Ihnen die erhobenen Befunde ausführlich und wählen gemeinsam mit Ihnen das passende Therapiekonzept aus.

Nutzen Sie die folgenden Kurz-Informationen, um sich vorab zu informieren:

Ziel: Erhaltung der Harnblase

Neben der Heilung des Tumorleidens steht die Erhaltung der Harnblase im Mittelpunkt unserer Therapiestrategie. Das gilt auch für Patienten mit Tumoren, die bereits in die Muskelwand der Harnblase eingewachsen sind. Bei diesen muskelinvasiven oder T2-Tumoren streben wir nach Möglichkeit eine Blasenteilresektion und somit einen Organerhalt an. Die meisten Tumoren der Harnblase wachsen glücklicherweise oberflächlich und werden endoskopisch entfernt.

Auch bei Patienten mit oberflächlich invasiven Tumoren (sog. T1-Tumor), denen häufig eine radikale Blasenentfernung empfohlen wird, favorisieren wir eine Organ erhaltende endoskopische Therapie mit medikamentöser Nachbehandlung (Instillationsprophylaxe). Lassen Sie sich von uns beraten!

Harnblasen-Ersatz

Bei ausgedehnten, tief in die Harnblasenwand eingewachsenen Tumoren kann eine radikale Entfernung der Harnblase unumgänglich sein. Den betroffenen Patienten bieten wir innovative Operationsverfahren zur Anlage eines Harnblasenersatzes an. Die Anlage einer kontinenten Darm-Ersatzblase (Neoblase) erfolgt in Beckenboden schonender und Potenz erhaltender Operationstechnik. Diesen Eingriff bieten wir sowohl Männern als auch Frauen an.

Bei Frauen führen wir als Therapiealternative die Anlage einer Pouchblase mit Ausleitung über den Bauchnabel (z.B. MAINZ-Pouch) durch.

Laserung von Tumoren

Viele Tumoren des Harnleiters und Nierenbeckens wachsen oberflächlich, sind aber nicht in gleicher Weise wie Harnblasentumoren endoskopisch behandelbar. In unserer Klinik wird bei den betroffenen Patienten eine endoskopische Laserbehandlung des Tumors durchgeführt. So kann eine Erhaltung der Niere oftmals gewährleistet werden. Nur bei fortgeschritteneren Tumoren ist eine radikale Entfernung notwendig.

Chemotherapie und Therapiestudien

Auch die Durchführung einer Chemotherapie kann ein wichtiger Bestandteil Ihres persönlichen Behandlungsplanes sein. Diese Form der Therapie empfehlen wir Patienten, bei denen Fernabsiedlungen (Metastasen) mit hohem Risiko auftreten könnten oder schon aufgetreten sind. Im Rahmen von zahlreichen Therapiestudien bieten wir moderne innovative Verfahren an. Die Behandlungen werden an Ihre persönlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst. Weitere Informationen finden Sie unter Studienzentrale.

Entfernung von Metastasen

Sind Absiedlungen eines Harnblasentumors in anderen Organen entstanden, können diese in einigen Fällen mit Erfolg operativ entfernt werden. Wir prüfen bei jedem Patienten kritisch die Möglichkeit einer chirurgischen Therapie. Im Mittelpunkt steht dabei eine sorgfältige Abwägung von Risiken und Nutzen.

Innovation durch Forschung

Die Therapie von Harnblasenkarzinomen ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt unserer Klinik. So versuchen wir, den genetischen Fingerabdruck der Tumorzellen für die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren zu nutzen. Unsere Forschungsarbeiten haben Eingang in zahlreichen internationalen Publikationen gefunden.