180 Watt XPS GreenLight-Laser

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Grünes Licht für die Prostata an der Charité

Greenlight XPS Faser

180 Watt XPS GreenLight™-Lasertherapie

Die schonende Behandlungsalternative bei gutartig vergrößerter Prostata.

Die Klinik für Urologie an der Charité hat seit vielen Jahren einen Schwerpunkt in der Therapie der gutartigen Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse).

Wir bieten Patienten mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata neben der klassischen "Ausschabung" der Prostata durch eine Elektroschlinge (TUR-P) diese neue minimal-invasive Behandlungsmöglichkeit seit Juli 2010 als zusätzliches endoskopisches Verfahren an, da wir aufgrund der verbesserten Leistung der neuesten Gerätegeneration nun von der Effektivität dieses Alternativverfahrens überzeugt sind.

Als erste Klinik in Berlin verwenden wir den neuesten, leistungsstärkeren 180 Watt XPS GreenLight™-Laser der Firma AMS mit der modifizierten Moxyfaser™ zur Laser-Vaporisation der Prostata. Dieser ermöglicht einen höheren Gewebeabtrag und erlaubt so auch eine minimal-invasive, endoskopische Behandlung von Prostatae größer 100 cm3.

Gutartige Prostatavergrößerung (BPO)

Nächtlicher Harndrang, ein schwächerer Harnstrahl und vermehrte Harnwegsinfektionen sind nur einige Beschwerden, die auf eine vergrößerte Prostata beim Mann schließen lassen können. In Deutschland leidet jeder zweite Mann über 60 Jahren unter einer Prostataerkrankung. Bei den meisten Erkrankungen handelt es sich um eine nicht lebensbedrohliche Form, die "Benigne (gutartige) Prostata Obstruktion"  - von Medizinern kurz BPO genannt. Studien belegen, dass insgesamt mehr als vier Millionen Männer in Deutschland an einer BPO leiden. Dass die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren anhaltend gestiegen ist, hängt sowohl mit der Altersentwicklung der Gesellschaft, aber auch nicht unwesentlich mit unserer heutigen Lebensweise zusammen. Zu wenig Bewegung im Zusammenspiel mit einseitiger, fettreicher Ernährung bewirkt die Aufnahme von zuviel Cholesterin. Die Folgen davon können in direktem Zusammenhang mit einer Prostatavergrößerung stehen.

Diagnose BPO - was nun?

Nach der Diagnose BPO gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten, aus denen der Urologe die individuell sinnvollste empfehlen wird. Diese erstrecken sich von frei verkäuflichen, pflanzlichen Arzneimitteln über verschreibungspflichtige, chemisch-synthetische Medikamente bis hin zum klassischen chirurgischen Verfahren, der sogenannten TURP. Bei diesem etablierten und langjährig sehr erfolgreich bereits eingesetzten endoskopischen Verfahren, der transurethralen Resektion der Prostata (TURP), wird das Drüsengewebe der Prostata durch die Harnröhre mit einer Drahtschlinge  und  elektrischem Schneidstrom herausgehobelt.

Im Vergleich zur minimal-invasiven Laservaporisation ist jedoch öfter ein längerer stationärer Aufenthalt (im Durchschnitt etwa 5-6 Tage) für diesen Eingriff erforderlich. Die TURP birgt dazu ein höheres Blutungsrisiko.

Die schonende Behandlungsalternative - eine Laservaporisation der Prostata

Mit dem GreenLight-Laser, auch KTP-Laser (Kalium-Titanyl-Phosphat) genannt, kann das gutartig vergrößerte Prostatagewebe verdampft (vaporisiert) werden. Gleichzeitig werden durch die Laserenergie die Blutgefäße so effektiv verschlossen, dass dieses Verfahren auch bei Patienten angewendet werden kann, die blutverdünnende Medikamente (ASS, Aspirin, Plavix, Clopidogrel, Heparin, Marcumar in Risikoabwägung) einnehmen.

Der Krankenhausaufenthalt kann unter diesen Voraussetzungen in der Regel auf 2 Übernachtungen begrenzt werden, und der Katheter 12 – 24 Stunden nach der Operation wieder entfernt werden, bzw. es kann häufig ganz auf einen Harnröhren-Katheter verzichtet werden.

Der besondere Vorteil des GreenLight™-Lasers

Koagulationstiefe verschiedener Laser
Abbildung 1: Koagulationstiefe verschiedener Laser

Die besondere Leistungsfähigkeit des GreenLight-Lasers, auch im Vergleich mit anderen alternativen Operationsverfahren, erklärt sich aus den physikalischen Grundlagen.

Die eigentliche Lichtquelle eines GreenLight-Lasers (KTP-Lasers) ist ein Nd: YAG Laser. Dessen Licht wird mit einer Wellenlänge von 1064nm ausgestrahlt und dann durch den Durchtritt durch den KTP-Kristall in seiner Frequenz verdoppelt und die Wellenlänge halbiert. Licht mit einer Wellenlänge von 532nm ist Bestandteil des grünen Bereichs des sichtbaren Spektrums. Im Körper wird es insbesondere von dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) absorbiert, dagegen kaum von Wasser. Die Eindringtiefe (Koagulationstiefe) in das Gewebe ist mit unter 2 mm sehr gering (Abbildung 1).

Diese Voraussetzungen erlauben die oberflächliche Abtragung von Gewebe eines gut durchbluteten Organs wie der Prostata ohne die Gefahr ungewollter thermischer Effekte (Hitzewirkungen) in tieferen Gewebeschichten zu erzeugen. Solche tiefen thermischen Effekte, wie sie bei anderen Verfahren beobachtet werden, können zum Verbleib von abgestorbenem Gewebe, langdauernden lokalen Ödemen (Schwellungen) mit negativen Reiz-Auswirkungen auf das Wasserlassen (Dysurie) und Nervenschäden mit daraus resultierender erektiler Dysfunktion (Impotenz) führen. Bei dem GreenlLght-Laser kann dagegen unter Sicht Schicht für Schicht des gutartig vergrößerten Prostatagewebes abgetragen werden, ohne eine Verletzung der empfindlichen umgebenden Strukturen zu riskieren.

Generelle Vorteile der GreenLight-Laser-Therapie

  • • Beseitigt effektiv die Prostatavergrößerung
  • • Schafft anhaltende Besserung der Symptome
  • • Schnelle und angenehme Rekonvaleszenz; kürzester Krankenhausaufenthalt: 2 Nächte
  • • In den meisten Fällen nur kurzzeitig (12-24 Stunden) oder kein Katheter notwendig
  • • Hohes Sicherheitsprofil
  • • Bewahrt die Sexualfunktion
  • • Praktisch unblutiger Eingriff
  • • Für Patienten unter Antikoagulantien (Blutverdünnung) geeignet

Vorteile des neuen XPS GreenLight™-Lasers (180 Watt Leistung) mit der Moxyfaser™ im Vergleich zum alten HPS GreenLight™-Lasers (120 Watt Leistung)

Vergleich des Gewebeabtrages zwischen 180 Watt XPS-GreenLight-Laser mit der Moxyfaser und 120 Watt HPS-GreenLight-Laser
Abbildung 2: Vergleich des Gewebeabtrages zwischen 180 Watt XPS-GreenLight-Laser mit der Moxyfaser (blaue Linie) und 120 Watt HPS-GreenLight-Laser

Das GreenLight-XPS—System mit der flüssigkeitsgekühlten Moxyfaser bietet eine schnellere und wirksamere Vaporisatation (Abbildung 2) der Prostata mit dem gleichen Sicherheitsprofil wie die alte GreenLight-HPS-Technologie. Durch die höhere Leistungsfähigkeit können nun aber auch gutartig vergrößerte Prostata mit einer Größe von mehr als 100 cm3 effektiv mit dem XPS-GreenLight-Laser therapiert werden.

Effektivität der Koagulation (Blutstillung) des XPS-GreenLight-Lasers
Abbildung 3: Effektivität der Koagulation (Blutstillung) des XPS-GreenLight-Lasers im Vergleich zu den Vorgängermodellen PV und HPS

Desweiteren können mit dem modifizierten System atypische Blutungen besser kontrolliert werden als mit den Vorgängermodellen (Abbildung 3).

Zur Erzielung des bewährten Sicherheitsprofils des GreenLight-Lasers und zur Verbesserung der Vaporisationsrate wurde die Leistung des XPS/Moxy-Systems um 50% gesteigert und gleichzeitig das Laserstrahlfeld um mehr als 50% auf 0,44 mm2 erweitert. Dadurch wird eine breitere Gewebe-Vaporistationswirkung mit höherem Gewebeabtrag ohne Beeinträchtigung der Vaporisationstiefe und Koagulation erzielt. (Animationsvideo)

Für welche Patienten ist der GreenLight-Laser besonders geeignet?

Diese neue Technik kann prinzipiell bei allen Männern angewendet werden, die wegen einer Prostatavergrößerung Probleme mit dem Wasserlassen haben und von den o.g. Vorteilen dieser Behandlungsart im Gegensatz zur klassischen TUR-P profitieren wollen.

Eine Übernahme der Kosten ist durch die gesetzliche und private Krankenversicherung gewährleistet.

Zusätzlich ist das GreenLight-Laser Verfahren auch für zumeist ältere Patienten geeignet, bei denen eine TUR-P aufgrund der größeren Invasivität und operationstechnicher Nebenwirkungen (TUR-Syndrom, Blutung) riskant sein könnte. In erster Linie können ernsthafte Begleiterkrankungen gegen die TUR-P sprechen, wie z.B. erlittene Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Blutverdünnungsmittel. Wenn in solchen Fällen dennoch eine Narkosebehandlung prinzipiell möglich ist, kann auch das GreenLight-Laser Verfahren zum Einsatz kommen. Insbesondere "Hochrisiko"-Patienten können also von dieser Methode profitieren.

Vor der Behandlung muss allerdings eine Prostatakrebserkrankung durch eine Blutuntersuchung (PSA-Wert) und eine Untersuchung der Prostata mit dem Finger sicher ausgeschlossen werden, da das verdampfte Gewebe von den Pathologen nicht mit dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht werden kann. Sollte dies nicht möglich sein ist ggf. vor der Laservaporisation der Prostata eine transrektale (durch den Enddarm), ultraschallgesteuerte Prostatastanzbiopsie (Gewebeprobe) indiziert.

Bei welchen Patienten sollte der GreenLight-Laser nicht angewendet werden?

Nicht eingesetzt werden sollte die GreenLight-Laservaporisation der Prostata bei Patienten, bei denen trotz einer bereits durchgeführten Gewebeprobe aus der Prostata ein bösartiger Tumor der Prostata nicht sicher ausgeschlossen werden konnte oder die im Falle eines Karzinomnachweises mit einer operativen radikalen Prostataentfernung therapiert werden würden.


In diesem Fall ist eine elektrische "Hobelung" (TUR-P) der Prostata vorzuziehen, da das hierbei gewonnene Gewebe anschließend mikroskopisch untersucht werden kann, um endgültige Klarheit über das eventuelle Vorliegen einer bösartigen Erkrankung zu bekommen.

Was sind die Nachteile des GreenLight-Lasers?

Nachteile des Laserverfahrens ergeben sich einerseits aus der Tatsache, dass es sich um ein relativ neues Verfahren handelt und bisher nur wenige Nachbeobachtungsergebnisse über einen jahrelangen Zeitraum verfügbar sind, andererseits durch die fehlende Gewebegewinnung mit der Möglichkeit, dieses mikroskopisch untersuchen zu können, um versteckte bösartige Tumoren der Prostata zu erkennen.

Bei allen Alternativverfahren zur TUR-P, so auch bei dem GreenLight-Laser, ist in der Vergangenheit der Gewebeabtrag geringer gewesen als bei der TURP, so dass die Wahrscheinlichkeit einer späteren erneuten Behandlung wegen nachgewachsenen Prostatagewebes  höher gewesen ist. Dies ist auch der Grund, dass die GreenLight-Lasertherapie bei sehr stark vergrößerten Vorsteherdrüsen häufiger zu schlechteren Ergebnissen geführt hat als die TUR-P.

Durch die neue 180 Watt XPS GreenLight™-Laser-Technologie mit der modifizierten Moxyfaser™ ist ein deutlich gesteigerter Gewebebeabtrag (Abbildung 2) möglich geworden, der den Nachteil des geringeren Gewebeabtrages im Vergleich zur TUR-P mit großer Wahrscheinlichkeit verschwinden lässt.

Aufgrund der Neuheit des modifizierten Systems lassen sich jedoch noch keine sicheren, studienbasierten Aussagen über die Langzeiteffektivität des 180 Watt XPS GreenLight™-Lasers in Bezug auf den Gewebeabtrag machen.

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