Informationen über Hodenkrebs, Klinik für Urologie 

„Hodenkrebs ist heutzutage nahezu zu 100% heilbar. Um so wichtiger ist es genau zu wissen, wie man die wenigen Patienten behandelt, die ein Rezidiv bekommen.“

PD Dr. Jonas Busch, leitender Oberarzt

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Die Klinik für Urologie informiert: Hodenkrebs

Hodenkrebs oder auch Hodenkarzinom genannt ist, generell mit einem Anteil von 1,6% und knapp 4.000 Neuerkrankten pro Jahr, eine im Vergleich zu anderen Krebsarten eher seltene Tumorerkrankung, jedoch ein bedeutsames Krankheitsbild. In der Altersgruppe junger Männer zwischen 25 und 45 handelt es sich hierbei nämlich um den häufigsten Krebs. Erfahren Sie, welche Ursachen die Krankheit hat, welche Symptome auftreten und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen die Urologie der Charité bietet. 

Im Hodenkrebszentrum der Charité - Klinik für Urologie werden Sie innovativ, interdisziplinär und ganzheitlich behandelt.

Hodenkrebs: Allgemeine Informationen

Einstiegsbild für Video Hodenkrebs
Einstiegsbild für Video Hodenkrebs

Über die Hoden: Anatomie und Funktion

Die Hoden des Mannes sind zwei etwa pflaumengroße Organe, welche im Hodensack liegen. Ihre Hauptfunktion ist die Produktion von Hormonen und Spermien. Es handelt sich also hierbei um Organe, welche für die Fortpflanzung zwar wichtig sind, jedoch nicht für das Überleben. 

Was ist Hodenkrebs?

Hodenkrebs ist eine bösartige Geschwulsterkrankung des männlichen Hodens und die häufigste Krebserkrankung bei jungen Männern. Hodentumore lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Seminome und Nichtseminome. Die häufigste Art des Hodenkrebses bezeichnet man als Seminom; sie besteht aus nur einer Gewerbeart. Alle weiteren Arten des Krebses, die aus mehreren Gewebearten bestehen, bezeichnet man als Nicht-Seminom.

 Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Die Gründe der Hodenkrebserkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die ein Auftreten des Krebses begünstigen. Eine davon ist der sogenannte “Hodenhochstand”, eine Erkrankung, die vorwiegend im Kindesalter entdeckt wird. Hodenhochstand bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem

●       die Hoden während der kindlichen Entwicklung nicht in den Hodensack gewandert sind

●       sondern sich im Bauchraum oder in der Leiste befinden

●       oder als Gleithoden hin und her pendeln

Auch die erbliche Komponente spielt bei Hodenkrebs eine Rolle. Söhne oder Brüder von betroffenen Männern haben ein erhöhtes Risiko selbst zu erkranken. Eine bereits überwundene Hodenkrebserkrankung ist ebenfalls ein Risikofaktor. Die beste Vorsorge in diesem Fall: Selbstuntersuchung!

Welche Symptome treten bei Hodentumoren auf?

Eines der ersten Symptome einer Hodenkrebserkrankung ist die schmerzlose Verhärtung am Hodensack oder Beschwerden wie eine Schwellung des Hodensacks. Oft werden diese Symptome jedoch bagatellisiert oder verdrängt. Deshalb empfiehlt es sich, achtsam zu sein, regelmäßige Selbstuntersuchungen durchzuführen und bei Tastbefund einen Urologen zu konsultieren.

Früherkennung: Vorsorge durch Selbstuntersuchung

Durch eine regelmäßige Selbstuntersuchung etwa einmal im Monat ist es möglich, Hodenkrebs bereits früh zu ertasten und schnell zu behandeln. Am einfachsten findet die Untersuchung im Stehen unter der Dusche oder nach einem warmen Bad statt; dabei ist die Haut des Hodensacks entspannt und der Hoden gut tastbar.

So funktioniert die Untersuchung

Zunächst betastet man hierbei Hoden und Hodensack in der geöffneten Hand von unten, anschließend werden die Hoden einzeln zwischen Daumen und Zeigefinger hin- und her gerollt. Auch die Nebenhoden, welche wie eine Mütze oben-seitlich auf den einzelnen Hoden aufliegen, können kurz untersucht werden. Auffällig sind Veränderungen wie Unebenheiten und Knoten, eine einseitige schmerzlose Schwellung sowie ein Schweregefühl oder Schmerzen wie ein Ziehen an den Hoden. Diese sollten zu einem Gang zum Arzt führen. 

Diagnose Hodenkrebs:

So stellen wir die Erkrankung fest

Neben dem Abtasten durch den Urologen gehört auch eine Untersuchung mit Ultraschall zur Diagnostik des Hodentumors. Im Blut können sich darüber hinaus sog. „Tumormarker“ bestimmen lassen, welche den Verdacht Hodenkrebs während der Diagnose unterstützen, jedoch nicht alleine beweisen können. Um herauszufinden, ob der Tumor sich bereits ausgebreitet hat, wird ein sog. „Staging“ durchgeführt. D.h., dass man mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (CT) oder der Magnetresonanztomografie (MRT) im Körper nach weiteren Tumorabsiedlungen sucht.

Und was folgt nach der Diagnose von Hodenkrebs?

Generell kann man sagen, dass die Diagnose einer Hodenkrebserkrankung sogar bei bereits fortgeschrittenen Erkrankungsstadien gut und eine Heilung oft möglich ist. So liegt die Heilungschance bei Seminomen im Frühstadium bei 100%, und selbst im fortgeschrittenen Stadium bei 90%. Allerdings ist bei einer Früherkennung die Behandlung natürlich einfacher und weniger invasiv und die Heilungschance sehr gut.

Gerade fortgeschrittene Erkrankungen sollten in größeren Zentren behandelt werden, bei denen mehrere Disziplinen fachübergreifend zusammenkommen können, um eine ganzheitliche Behandlung zu garantieren. 

Behandlung von Hodenkrebs: Unsere Therapie

In unserem Hodenkrebszentrum behandeln wir Patienten mit Krebserkrankungen innovativ, interdisziplinär und ganzheitlich. Die Therapie des Hodenkrebses ist in der Regel operativer Natur.

Während der OP wird

●       der betroffene Hoden des Patienten einschließlich des Samenstranges entfernt

●       und im Anschluss der Tumor vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht.

Nach der Entfernung ergibt sich also die Einteilung der Erkrankung in bestimmte Stadien. Auf diesem Wege wird deutlich, ob der Tumor noch auf den Hoden beschränkt war oder sich bereits entlang der Lymphgefäße weiter ausgebreitet hat – oder eventuell gar Absiedlungen im Bauchraum oder bösartige Metastasen an anderen Orten des Körpers entstanden sind.

Welche weiteren Möglichkeiten zur Therapie von Hodenkrebs gibt es?

Zusätzlich zur Operation kann bei einem bösartigen Tumor eine weitere Therapie, wie beispielsweise eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie, notwendig sein. Auch existiert die Option der “Aktiven Überwachung”. Welche Therapie hier sinnvoll ist, wird anhand der Stadieneinteilung und dem histologischen Befund entschieden. Für jedes Stadium gibt es in den sog. „Leitlinien“, an denen sich der behandelnde Arzt orientiert, eine vorgeschlagene Therapie. 

Hodenkrebs: Familienplanung und Sexualität

Da Hodenkrebs besonders häufig bei jungen Männern auftritt, steht das Thema Kinderwunsch selbstverständlich oftmals im Mittelpunkt. Zwar ist die Hodenkrebserkrankung in der Regel einseitig, jedoch geht aus bis jetzt unbekannten Gründen in etwa der Hälfte der Fälle auch die Spermienproduktion der gesunden Gegenseite zurück. An der Klinik für Urologie der Charité bieten wir deswegen vor jeder Behandlung die Möglichkeit zur Kryokonservierung an. Das bedeutet, dass Spermien eingefroren werden, um die Kinderplanung später zu vereinfachen.

Grundsätzlich gibt es auch die Möglichkeit, den entfernten Hoden durch eine Hodenprothese zu ersetzen. Diese fühlt sich an wie ein gesunder Hoden und sieht auch so aus, allerdings kann es zu gewissen Nebenwirkungen kommen. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema und finden für Sie eine individuelle Lösung. 

Hodenkrebs: und danach? Die richtige Nachsorge!

Eine gute Nachsorge ist bei Männern wichtig, um bei einem Wiederauftreten des Tumors schnell reagieren zu können. Auch die Nachsorge unserer Patienten richtet sich nach dem klinischen Stadium. Generell wird man nach einer Hodenkrebserkrankung in den ersten zwei Jahren engmaschig, etwa alle drei Monate untersucht, dann werden die Abstände großzügiger. Ab dem 5. Jahr ist eine Untersuchung nur noch einmal pro Jahr fällig.

Ihr Experte für Hodenkrebs

Porträtfoto von Herrn PD Dr. Busch
Prof. Dr. med. Jonas Busch

Stellvertretender Klinikdirektor, Leiter Nieren- und Hodenzentrum