Klinik für Urologie - Blasenkrebs

„Bei uns beginnt die bestmögliche Therapie bereits mit der bestmöglichen Diagnostik!“

PD Dr. Maria de Santis, Leiterin der Sektion für Uro-Onkologie

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Die Klinik für Urologie informiert: Harnblasenkrebs / Urothelkarzinom

Ein großer Anteil unserer Patienten ist an einem Krebs der Harnblase, des Harnleiters oder des Nierenbeckens erkrankt. In den meisten Fällen ist diese Erkrankung heilbar, kann aber bei einigen Betroffenen wiederholt auftreten. Eine lebenslange Nachbetreuung ist deshalb erforderlich.

Harnblasenkrebs - Allgemeine Informationen

Harnblasenkrebs - Allgemeine Informationen und Anatomie

Was ist die Harnblase? Anatomie und Funktion

Die Harnblase ist kein lebenswichtiges Organ – vielmehr wird sie zur Speicherung des Harns benötigt. Der Harn wird von den Nieren über die Harnleiter in die Harnblase transportiert und von dort über die Harnröhre ausgeschieden. Als Speicherorgan ist die Harnblase für die Harnkontinenz essenziell. Sievbefindet sich im kleinen Becken, unterhalb des Bauchfells (extraperitoneal). Sie grenzt an den Darm, beim Mann an die Prostata mit Harnröhre und bei der Frau an die Gebärmutter.

 Was ist Harnblasenkrebs und welche Ursachen hat er?

Harnblasenkrebs ist ein bösartiger Tumor ausgehend von der Harnblasenschleimhaut. Bei Männern gehört dieser Krebs zu den am Weitesten verbreiteten Krebsarten. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen und Mitrauchen sowie eine berufliche Exposition mit verschiedenen schädigenden Substanzen. Ein Großteil der Harnblasentumore wird in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt.

Welche Symptome treten bei einem Harnblasenkrebs auf?

Im frühen Stadium verursacht die Erkrankung keine Symptome. Um einen Tumor im Bereich der Harnblase frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig bei schmerzloser Makrohämaturie (Blut im Urin) die Harnblase mittels Harnblasenspiegelung (Zystoskopie) überprüfen zu lassen. Mehr hierzu lesen Sie im nächsten Absatz.

Die Diagnostik von Harnblasenkrebs an der Charité

Klinik für Urologie - Blasenkrebs, Diagnostik

Die Urinuntersuchung auf nicht direkt sichtbares Blut (Mikrohämaturie) gibt bei oben genannten Risikofaktoren einen ersten Anhalt, ob eine weiterführende Untersuchung nötig wäre.

Durch eine orientierende Ultraschalluntersuchung (Sonographie der vollen Harnblase) kann man manchmal Veränderungen an der Harnblasenschleimhaut erkennen. In jedem Fall ist eine Harnblasenspiegelung (Zystoskopie) durchzuführen.

Wenn sichtbares Blut im Urin auftritt sollte zeitnah eine weiterführende Harnblasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt werden, da dies das erste Symptom der Erkrankung sein kann.

Harnblasenkrebs-Verdacht:

Zeigt die Harnblasenspiegelung den Verdacht auf einen Tumor der Harnblase wird meist eine Transurethrale Resektion der Harnblase (TUR-B) empfohlen. Wir führen diese OP mittels spinaler Betäubung oder in Vollnarkose durch. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, wird in einem Aufklärungsgespräch mit uns und den Narkoseärzten (Anästhesie) geklärt.

Wir sorgen dafür, dass Ihr Tumor immer mit den modernsten Methoden untersucht werden kann. Für Ihre sicherere Zukunft.

Wir haben uns auf die genetische Therapie von Tumorerkrankungen spezialisiert. Diese werden gerade beim Blasenkrebs immer wichtiger. Zahlreiche Studien mit genbasierten Medikamenten werden derzeit international durchgeführt. Auch unsere Klinik nimmt an diesen Studien teil. Voraussetzung für diese neuen Therapie ist eine genetische Untersuchung des Tumormaterials (welches z.B. bei einer TUR-B gewonnen wird). Hierfür muß das Tumorgewebe mit speziellen Techniken aufbewahrt und aufbereitet werden. Wenn eine TUR oder Blasenentfernung in unserer Klinik durchgeführt wird, kann das Gewebe jederzeit für weitere genetische Diagnostik verwendet werden, was ihnen einen Zugang zu  modernen Studien und Therapien ermöglicht. 

Was passiert, wenn sich der Verdacht auf Harnblasenkrebs bestätigt? (Diagnostik)

Wird bei Ihnen ein Harnblasenkrebs diagnostiziert, werden meist weitere Untersuchungen empfohlen. Hierbei handelt es sich um ein sog. „Staging” – dabei untersucht man, ob der Krebs auf die Harnblase begrenzt ist oder sich in die Umgebung oder sogar in andere Organe ausgebreitet hat.

Solche „Staging“ -  Untersuchungen können eine Computertomographie (CT), eine Knochenszintigrafie, oder ein MRT sein. 

Therapie bei Harnblasenkrebs - Welche Behandlungsmöglichkeiten bietet die Klinik für Urologie an?

Je früher wir Harnblasenkrebs erkennen, desto besser können wir ihn behandeln und heilen. Gerade im Frühstadium, wenn er sich auf die Harnblase beschränkt, sind die Heilungschancen sehr groß und die Lebenserwartung gut. 

Folgende Therapien bieten wir an:

Operative Behandlung: Eine bereits oben angesprochene mögliche Behandlung bei frühem und vor allem oberflächlichem Harnblasenkrebs ist die transurethrale Resektion der Harnblase (TURB). Hierbei wird der diagnostizierte Tumor über die Harnröhre endoskopisch (minimalinvasiv) entfernt. Die Harnblase bleibt in ihrer Funktion erhalten.

Eine zweite besondere OP-Technik mit offener Schnittführung kommt zum Einsatz wenn der Harnblasenkrebs in die Muskulatur eingewachsen  ist. Dabei wird empfohlen die gesamte Harnblase mit Lymphknoten zu entfernen um eine frühe Fernmetastasierung (Streuung der Tumorzellen) zu verhindern. Bei dieser onkologischen OP wird nach Entfernung der Harnblase eine neue Harnableitung aus Anteilen des Dünndarms geformt. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die Ihr Chirurg in Rücksprache mit Ihnen und Ihrem behandelnden Urologen besprechen wird. Dies ist abhängig von einigen Faktoren wie z.B. Alter, Körperstatur, Nebenerkrankungen, vorherigen Operationen. Auf das onkologische Ergebnis bezogen sind jedoch alle Operationstechniken gleichwertig. Chemotherapie (siehe unten) am besten vor oder eventuell auch nach der Operation verbessert das Langzeitergebnis und die Heilungschance.

Radiotherapie: Eine zweite Möglichkeit zur lokalen Behandlung eines Harnblasenkarzinoms ist die Radiochemotherapie. Hier werden durch eine radioaktive Bestrahlung des Tumors die Krebszellen zerstört. Nach genauer CT Planung wird eine Bestrahlung von außen durchgeführt. Ergänzend und zur Verbesserung der Wirksamkeit, wird eine Chemotherapie über die Vene appliziert. An der Charité besteht eine enge Kooperation mit unseren Kollegen der Strahlentherapie. Gemeinsam und nach Besprechung in der interdisziplinären Tumorkonferenz finden wir die bestmögliche Behandlungsform für Sie.

Medikamentöse Therapiemöglichkeiten des Harnblasenkarzinoms

Klinik für Urologie - Blasenkrebs, medikamentöse Therapie

Eine Medikamentöse Therapie wird in unserer Sektion für interdisziplinäre Uro-Onkologie mit den Patienten besprochen, festgelegt und ggf. auch in die Wege geleitet/durchgeführt.

Chemotherapie: Sollte eine fortgeschrittene Harnblasenkrebserkrankung mit einer Streuung von Krebszellen, sogenannten Metastasen, vorliegen, wird mit einer systemischen (meist intravenösen) Therapie behandelt

  • Harnblasenkrebs-Zellen reagieren meist sensibel auf Chemotherapie. Meist wird eine Kombination von verschiedenen Wirkstoffen eingesetzt.
  • Durch eine “Chemotherapie” kann das Wachstum von Tumorzellen des Harnblasenkarzinoms aufgehalten werden. Selten werden Patienten mit Chemotherapie auch geheilt
  • Chemotherapie ist Standard vor oder nach der Entfernung der Harnblase (Zystektomie) und steigert die Heilungschance

Immuntherapie: Bei sehr fortgeschrittenen Tumoren oder Metastasen des Harnblasenkarzinoms wird nach versagen der Chemotherapie eine neuartige Immuntherapie eingesetzt;

Immuntherapie kommt auch in Frage für Patienten, die keine Standard Chemotherapie erhalten können und deren Tumore spezielle Oberflächeneigenschaften aufweisen (PD-L1 positiv)

Für viele Patienten mit Harnblasenkrebs bieten wir auch klinische Studien an, in denen neuartige Therapien oder Therapiekombinationen geprüft werden.

Ihre Ansprechpartner bei Blasenkrebs

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PD Dr. med. univ. Maria De Santis

Sektionsleiterin interdisziplinäre Uro-Onkologie

Porträtfoto von Herrn Professor Guillonneau
Prof. Dr. med. Bertrand Guillonneau

Sektionsleiter uro-onkologische Chirurgie - Professor (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, NY, USA)