Ärztin am Schreibtisch

„Die erfolgreiche Therapie der männlichen Inkontinenz beginnt mit der Diagnose der Ursache.“

Dr. Irena Goranova, Oberärztin

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Die Klinik für Urologie informiert - Männliche Inkontinenz

Weltweit leiden 43 Millionen Männer an einer Harninkontinenz, allein in Deutschland sind es 9 Millionen. Diese ist für den Betroffenen ein sehr belastendes, z.T. mit Scham behaftetes Thema, welches den Alltag stark beeinflussen kann. An der Klinik für Urologie behandeln wir seit Jahren einfühlsam und erfolgreich Patienten sowohl konservativ-medikamentös als auch chirurgisch.

Allgemeine Informationen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

Harninkontinenz: Was ist das und wie entsteht sie?

Von Harninkontinenz spricht man, wenn man nicht in der Lage ist, Urin verlustfrei in der Harnblase zu speichern und unwillkürlich Urin verliert. Ursachen können hierfür z.B. wiederkehrende Entzündungen sein, aber auch Operationen oder neurologische Erkrankungen. Der Arzt unterscheidet drei unterschiedliche Formen: Die Drang (Urge)-Inkontinenz, die Belastungs (Stress)- Inkontinenz sowie eine Mischinkontinenz.

Von einer Dranginkontinenz spricht man dann, wenn ein unwillkürlicher Harnverlust in Kombination mit einem plötzlichen Harndrangempfinden stattfindet. Im Gespräch berichten Patienten oftmals, „jede Toilette in der Stadt zu kennen.“ Es kommt also zu sehr häufigem Harndrang, tatsächlich wird dabei jedoch nur wenig Urin abgegeben.

Eine Belastungsinkontinenz bezeichnet wiederum unwillkürlichen Harnverlust ohne vorangehendem Harndrang bei körperlicher Belastung oder aber beim Niesen und Husten. Der Harnschließmuskel und Beckenboden sind hier zu schwach um den Urin bei Belastung zu halten, in besonders schweren Fällen kann Urin sogar schon im Liegen verloren werden.

Die Mischform zeichnet sich aus, durch unwillkürlichen Harnverlust bei körperlicher Belastung, Niesen und Husten jedoch mit vorangehendem Harndrang.

Harninkontinenz: Was macht der Arzt?

Zunächst wird Ihr Arzt ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um das Ausmaß der Inkontinenz einzuschätzen und sie körperlich untersuchen. Eventuell wird er sie auch auffordern, ein sog. „Miktions (=Wasserlass)- und Trinktagebuch“ zu führen. In einem Ultraschall kann er bestimmen, ob Sie Ihre Blase vollständig entleeren können, oder ob sog. „Restharn“ zurück bleibt. Weiter wird er eine Urinprobe untersuchen, um herauszufinden, ob Entzündungen möglicherweise die Ursache der Symptome sind. Auch das Wiegen von Pads, also Vorlagen, kann Ausschluss geben über die Menge des verlorenen Urins. Bei der Uroflowmetrie wird die abgegebene Harnmenge pro Zeiteinheit gemessen. Hierzu entleert der Patient seine Blase in einen Messtrichter. Es kann auch sein, dass der Arzt eine weitere Untersuchung vorschlägt: die Urodynamik. Bei der Urodynamik wird der Blasendruck durch Drucksonden und Elektroden gemessen. Gerade vor einer invasiven Therapie, als Langzeitüberwachung oder wenn eine neurologische Entstehung im Verdacht als Ursache steht, ist diese Untersuchung sinnvoll. Schlussendlich kann auch eine Blasenspiegelung, also eine sog. Zystoskopie, notwendig sein. Hierbei sollen die Harnröhre, der Schließmuskel und die Blase beurteilt werden

Harninkontinenz: Welche Therapien gibt es und welche ist die richtige für mich?

Die Therapie der Harninkontinenz richtet sich nach der Form und dem Ausmaß der jeweiligen Inkontinenz. Am Anfang steht jedoch bei allen Formen das konservative Beckenbodentraining, welches mindestens dreimal täglich durch den Patienten eigenständig durchgeführt werden muss, um Wirkung zu zeigen. Zusätzlich zum konservativen Beckenbodentraining kann man auch eine elektrische Stimulation des Nervens, der den Beckenboden aktiviert, ausprobieren. Man spricht hierbei von der „Externen temporären Elektrostimulation“. Bei einer weiteren Therapieform, der Biofeedbackmethode, wird versucht, unwillkürliche Muskelbewegungen, welche im Rahmen der Kontinenz eine Rolle spielen, z.B. auf einem Bildschirm sichtbar oder durch einen Ton hörbar zu machen, um so diese unbewussten Abläufe kontrollierbar zu machen.

  • Medikamentöse Inkontinenz Therapie:

Sowohl bei der Behandlung einer mittelschweren Belastungs- als auch bei der Dranginkontinenz gibt es die Möglichkeit, eine medikamentöse Therapie zu veranlassen. Welches Präparat hierbei in Frage kommen, wird Ihr Arzt mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch besprechen.

  • Chirurgische Therapie der Harninkontinenz:

Sollte das Maß der Harninkontinenz ausgeprägt sein und konservative Therapiemaßnahmen keinen Erfolg zeigen, gibt es die Möglichkeit zur operativen Behandlung der Belastungsinkontinenz. Hierbei kommt sowohl eine Behandlung mit „Schlingen“ in Frage, bei denen eine Schlinge um die Harnröhre gelegt wird und für eine Fixierung in der richtigen Position sorgt. Aber auch das Einsetzen eines künstlichen Schließmuskels kann notwendig sein. Es handelt sich hierbei um Systeme welche aus einer Manschette bestehen, die um die Harnröhre liegt, sowie einer Pumpe, welche im Hodensack lokalisiert ist. Ein Flüssigkeitsreservoir liegt darüber hinaus im Bauchraum. Über das Betätigen der Pumpe füllt sich die Manschette an der Harnröhre mit Wasser und dichtet diese ab. Möchte man Wasser lassen, kann man das Wasser über das erneute Betätigen der Pumpe wieder ablassen. Der künstliche Schließmuskel hat eine hohe Erfolgsrate, in einer wissenschaftlichen Befragung von 50 Männern konnten 90% über Zufriedenheit mit dem System berichten. Nach der Implantation mussten nur wenige oder gar keine Einlagen verwendet werden.

Für diesen Eingriff ist ein kurzer, stationärer Aufenthalt von wenigen Tagen notwendig, anschließend ist eine Aufnahme der normalen Routine bereits nach wenigen Tagen möglich. Bereits nach einer Einheilungsphase von vier bis sechs Wochen kann der künstliche Schließmuskel das erste Mal aktiviert werden.

An der Klinik für Urologie der Charité führen wir diesen Eingriff bereits seit Jahren erfolgreich durch. Aufgrund unserer Expertise testen wir in Kooperationen mit Firmen auch immer wieder neue Systeme, um für unsere Patienten das beste Ergebnis zu erreichen.

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