Informationen über Prostatahyperplasie, Klinik für Urologie

„Wir verwenden in unserer Klinik die modernsten Lasertechniken für eine schonende Therapie, auch bei komplizierten Fällen“

PD Dr. Hannes Cash, Oberarzt

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Allgemeine Informationen

Klinik für Urologie - Anatomie der Prostata

Was ist die Prostata? Anatomie und Funktion

Die Vorsteherdrüse, die sogenannte Prostata, ist ein Organ und befindet sich im kleinen Becken. Sie grenzt an den Darm und stellt das Zwischenstück zwischen Blase und den Harnschließmuskel dar. Die Prostata ist kein lebenswichtiges Organ – vielmehr wird sie zur Fortpflanzung benötigt. Als Drüse produziert sie einen Teil der Samenflüssigkeit.

Während sich Prostatakrebs eher in den Randbereichen der Prostata entwickelt und daher selten im Frühstadium Symptome verursacht, entsteht die BPH direkt im Zentrum, also genau dort, wo der Urin durch den prostatischen Teil der Harnröhre läuft. Als Folge leiden die Betroffenen unter Problemen beim Wasserlassen.

Die Benigne Prostatahyperplasie: Wer erkrankt und warum?

Bei der BPH handelt es sich um eine sehr häufige Erkrankung. Ab dem 50. Lebensjahr kann man davon ausgehen, dass jeder zweite Mann betroffen ist. Als Auslöser wird hier vor allem das männliche Geschlechtshormon Testosteron diskutiert, allerdings scheint es auch eine erbliche Komponente zu geben.

Wie wirkt sich eine Prostatavergrößerung aus? Weche Symptome treten auf? 

Die typischen Symptome einer BPH sind Beschwerden beim Wasserlassen. So kann es zum Beispiel länger dauern, bis man mit der Blasenentleerung beginnen kann, der Harnstrahl kann abgeschwächt sein, es kann zu einem Nachträufeln kommen oder aber das Gefühl zurückbleiben, die Blase nicht vollständig entleeren zu können. Auch gehäuftes Wasserlassen ist typisch, gerade auch ein vermehrtes nächtliches Wasserlassen. Zudem leiden manche Männer unter einem plötzlich einsetzendem straken Harndrang, bei dem auch unwillkürlich Urin abgehen kann. Durch den schleichenden Krankheitsverlauf gewöhnen sich viele Betroffene zunächst an die veränderte Lebenssituation. Jedoch kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich eingeschränkt sein. Hilfe ist bereits im frühen Stadium möglich, je eher die BPH behandelt wird, umso besser. Ein rechtzeitiger Gang zum Urologen sollte also unbedingt bereits im frühen Stadium erfolgen.

     

Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung

Bei der Behandlung der BPH unterscheidet man zwischen konservativen (medikamentösen) und operativen Therapiemaßnamen. Welche Therapie die richtige ist, richtet sich nach der Schwere der Symptome und dem Leidensdruck des Betroffenen. 

  • Bei leichten Symptomen und wenig Leidensdruck empfiehlt man zunächst eine Änderung des Lebensstils vornehmen (kein bzw. wenig Alkohol, Trinkmenge über den Tag verteilen und wenig am Abend trinken usw.). Auch Phytotherapeutika, also Medikamente auf Pflanzenbasis, kommen in diesem Stadium in Frage.
  • Bei mittel-schweren Symptomen ist  eine medikamentöse Therapie notwendig. Hier stehen eine Reihe unterschiedlicher Medikamente, z.T. auch als Kombinationspräparate, zur Verfügung. Diese wirken entweder entspannend auf die glatte Muskulatur von Prostata und Blasenhals oder aber hemmen eine bestimmte chemische Reaktion (die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron), welche zum Wachstum der Prostata notwendig ist. Langfristig führt das zu einer Verkleinerung der Prostata.

Wann operiert man bei einer gutartigen Prostatavergrößerung? 

  • Bei schweren Symptomen, d.h. besteht trotz medikamentöser Therapie ein starker Leidensdruck, sind Nebenwirkungen der Medikamente aufgetreten, kommt es bereits zu einer zunehmenden Resturinbildung oder sind ggf. sogar schon Komplikationen wie ein Harnverhalt aufgetreten, kann eine Operation das Wasserlassen deutlich verbessern.

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung an der Charité

Zur Behandlung der BPH bieten wir verschiedene Therapieoptionen an. Zu den zwei geläufigsten zählen die

  • Behandlung mit dem Grünlicht-Laser (Greenlight Laser)
  • transurethrale Prostataresektion (TUR-P)

Bei der Behandlung mit dem Grünlicht-Laser wird mit Hilfe eines Lasers das Prostatagewebe, welches den Harnfluss behindert, erhitzt und verdampft, so dass das überschüssige Gewebe abgetragen wird und der natürliche Harnfluss schnell wiederhergestellt werden kann. Hierbei folgt der Operateur/in den anatomischen Gegebenheiten der Prostata (anatomische Vaporisation). Der 180Watt XPS Greenlight Laser wird seit 2010 an der Charité eingesetzt und ist Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen.

Für den Eingriff ist ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig, nach wenigen Tagen können sie jedoch das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Eine Besserung der Symptome tritt bereits kurz nach der Katheterentfernung auf, allerdings können noch bis zu 4-6 Wochen leichte Reizungen der Blase und ableitenden Harnwege bestehen, welche danach jedoch verschwinden. Normalerweise können Sie Ihre gewohnten Alltagsaktivitäten bereits binnen kürzester Zeit wiederaufnehmen.

Vorteile der Greenlight-Operation sind, dass es sich insgesamt um eine gut verträgliche Therapieform mit wenig Blutverlust handelt, welche daher nur mit geringen Komplikationsraten behaftet ist und sich durch kurze Katheter- und Krankenhausverweildauern auszeichnet. Auch Patienten mit einer sehr großen Prostata können gut behandelt werden. Blutverdünner müssen nicht abgesetzt werden und man kann auch bei Patienten mit implantierten Herzschrittmachern, Defibrilatoren und Neurostimulatoren eine Greenlight-Therapie durchführen.

Neben der Behandlung mit dem Grünlicht-Laser bieten wir auch die Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) als weiteres Standard-Therapieverfahren an. Hier wird mit einer elektrischen Schlinge das überflüssige Prostatagewebe Stück für Stück wie mit einem Hobel abgetragen.

Auch hier ist nur ein kurzer stationärer Aufenthalt notwendig und eine Besserung der Symptome ist schnell zu verzeichnen. Von Vorteil gegenüber der Grünlicht-Operation ist, dass das abgetragene Gewebe nach der Operation histologisch untersucht werden und so Prostatakrebs ausgeschlossen werden kann.

In Kooperation mit der Klinik für Radiologie der Charité führen wir darüber hinaus auch eine Prostataembolisation durch. In Lokalanästhesie werden dafür zwei Plastikkügelchen in die Prostataarterien eingebracht um die Blutzufuhr zur Prostata zu unterbrechen, was zu einer Schrumpfung der Prostata führen soll. Hierbei handelt es sich um ein experimentelles Verfahren bei dem eine Eignung individuell geprüft werden muss.

Ihr Experte zur gutartigen Prostatavergrößerung (BPH)